

Kommentar. Die Tachonadel schnellt nach oben, die Reifen quietschen - ein kurzer Rausch, ein kurzer Kick. Während das Gehirn im Leerlauf ist, werden Autos zur Waffe und ihre Fahrer zum Täter.
In Ludwigsburg kam es vor rund einer Woche zum Worst-Case-Szenario, bei dem der schlimmste aller denkbaren Fälle eingetreten ist: Zwei Männer lieferten sich mutmaßlich ein illegales Autorennen. Einer davon krachte mit seiner PS-Schleuder und rund 150 Stundenkilometern in ein unbeteiligtes Fahrzeug. Zwei Frauen starben. Wieder mal ein Fall, der fassungslos und wütend macht. Wer rast und Menschenleben gefährdet, nimmt Verletzungen oder den Tod anderer billigend in Kauf. Das hat auch nichts mehr mit jugendlichem Leichtsinn zu tun.
Auch wenn der Fall auf dem Böblinger Marktplatz-Parkplatz glimpflich ausgegangen ist, will man sich gar nicht ausmalen, was hätte alles passieren können. Zum Beispiel hätten ahnungslose, spielende Kinder aus dem Gebüsch auf den Asphalt rennen oder jemand seinem Hund hinterherrennen können.
Seit 2017 ist das Veranstalten oder die Teilnahme an illegalen Autorennen eine Straftat. 2020 hat die Polizei rund 270 verbotene Rennen in Baden-Württemberg verzeichnet. 2023 stieg die Zahl auf 392. Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass Maßnahmen ergriffen werden, um dies zu verhindern. Es muss strengere Gesetze, mehr Aufklärung über die Gefahren und verstärkte Polizeikontrollen geben.
Zuletzt geht aber nichts über den gesunden Menschenverstand, denn wir alle sollten Verantwortung übernehmen, um unsere Straßen sicher zu machen und unser sowie das Leben anderer zu schützen.
martina.kuppinger@szbz.de