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Kreis Böblingen. Wenn es die Menschen verstärkt nach draußen zieht, ist es umso wichtiger, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Insbesondere auch auf die, die in der Natur immer zuhause sind, die Wildtiere. Und dabei geht es nicht nur um den Wald, sondern auch um das sogenannte Offenland. Alle landwirtschaftlichen Flächen - dazu gehören nicht nur Felder, sondern auch Wiesen - dürfen mit der beginnenden Aufwuchszeit nicht mehr betreten werden. Das regelt das Landesnaturschutzgesetz.
Das Recht, den Wald zum Zwecke der Erholung zu betreten ist im Landeswaldgesetz verankert. Aber die Tiere sollten dabei nicht gestört werden. „Besonders in der Brut- und Aufzuchtzeit zwischen März und Juli reagieren Tiere empfindlich auf Störungen“ erklärt Frieder Wickel, Leiter des Amts für Forsten. „Wer sich abseits von Wegen bewegt, ist eine solche Störung, denn damit ist man ein Eindringling im Zuhause der Tiere.“ Wer auf den Wegen bleibt, schreckt keine Wildtiere oder auf dem Boden brütende Vögel auf und erspart ihnen so eine Menge Stress.
Ein Augenmerk richtet sich insbesondere auf Hunde, denn eine allgemeine Leinenpflicht gibt es in Baden-Württemberg nicht. Allerdings ist jeder Hundeführer dafür verantwortlich, jederzeit bestimmend auf den Hund einwirken zu können. Geht das nicht, muss das Tier an die Leine genommen werden – aus Rücksicht auf wildlebende Tiere, aber auch mit Blick auf andere Erholungssuchende. Im Frühjahr ist das besonders wichtig, weil der Wald dann zur Kinderstube wird. „Freilaufende Hunde sind für Tiere und ihre Jungen eine große Gefahr“, betont Alexandra Radlinger, zuständig für die Untere Jagdbehörde. „Insbesondere Rehkitze, die von ihren Müttern in den Wiesen abgelegt werden, sind für Hunde leichte Beute“. Immer wieder werden leider Tiere aufgefunden, die von freilaufenden Hunden gerissen wurden.
Und auch zu Pferd oder auf dem Rad gibt es Regeln: Im Wald darf nur auf Wegen über zwei Meter Breite mit dem Fahrrad gefahren und nur auf geeigneten Wegen geritten werden. Wer mit dem Rad gern abseits der Wege unterwegs sein möchte, darf dies nur auf Strecken tun, die explizit als Mountainbiketrails ausgewiesen sind. Das Landeswaldgesetz schützt damit nicht nur Wildtiere, Pflanzen und den Waldboden, sondern auch Fußgänger, die ebenfalls gerne auf schmalen Wegen unterwegs sind.